
Viele Haushalte brauchen hin und wieder einen zusätzlichen Schlafplatz, etwa für die Eltern zu Besuch oder für Freunde nach einem langen Abend. Ein eigenes Gästezimmer ist dagegen nur selten vorhanden. Das Schlafsofa verbindet beides, denn es ist Sitzmöbel im Wohnzimmer und bei Bedarf ein vollwertiges Bett. Die Modelle unterscheiden sich allerdings deutlich in Mechanik, Liegekomfort und Platzbedarf. Dieser Blogbeitrag zeigt, worauf Sie achten sollten, wenn Sie ein Schlafsofa kaufen, und welche Details beim Probeliegen den Unterschied machen.
Gelegentlicher Besuch oder tägliche Nutzung?
Die Nutzung ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl. Ein Schlafsofa für Gäste, die nur zu Feiertagen oder Familienfesten übernachten, darf schlanker gepolstert sein und mit einem einfachen Mechanismus auskommen. Ein Sofa, das einem Jugendlichen oder Mitbewohner dauerhaft als Bett dient, muss dagegen die gleiche Belastung aushalten wie ein normales Bett. Hersteller bezeichnen solche Modelle häufig als Dauerschläfer. Diese Varianten besitzen eine Matratze mit echtem Kern, einen tragfähigen Rahmen und eine Liegefläche, die ohne Fugen oder Stufen auskommt. Der höhere Preis lohnt sich, weil Ihr Rücken entlastet wird und das Möbel deutlich länger hält.

Welche Mechanik passt zu Ihnen?
Die Mechanik bestimmt, wie schnell aus dem Sofa ein Bett wird. Das Klappsofa ist die einfachste Bauart: Lehne und Sitz werden flach umgelegt und ergeben gemeinsam die Liegefläche. Ein Faltbett steckt zusammengelegt unter den Sitzkissen und entfaltet sich mit wenigen Handgriffen zu einer Liegefläche mit eigener Matratze. Ausziehmodelle besitzen einen zweiten Rahmen, der nach vorn herausgezogen wird und die Sitzfläche fast verdoppelt. Boxspring-Schlafsofas haben einen gefederten Unterbau und fühlen sich schon beim Sitzen fester an.
Die Liegerichtung verdient ebenfalls einen Blick. Querschläfer liegen parallel zur Rückenlehne und kommen mit wenig Raum vor dem Sofa aus. Längsschläfer werden nach vorn ausgeklappt, sodass davor ausreichend freie Fläche bleiben muss. Ein kurzer Test im Möbelhaus zeigt, ob sich der Mechanismus leicht bedienen lässt. Ein Beschlag, der schon im Laden klemmt, wird zu Hause selten besser.

Liegekomfort prüfen
Die Qualität der Liegefläche zeigt sich erst nach einigen Minuten. Kaltschaum passt sich dem Körper an und lässt sich dank geringem Gewicht gut falten. Ein Raumgewicht von mindestens 35 Kilogramm pro Kubikmeter gilt als Richtwert für langlebigen Schaum, bei täglicher Nutzung dürfen es gern 40 sein. Taschenfederkern stützt punktgenauer und lässt mehr Luft zirkulieren. Ein Lattenrost unter der Matratze federt zusätzlich und verhindert, dass sich Feuchtigkeit staut. Einige Schlafsofas haben einen solchen Lattenrost bereits integriert.
Sie sollten sich beim Probeliegen auf den Rücken und auf die Seite legen. Eine gute Matratze hält die Wirbelsäule dabei in einer Linie, während Schulter und Becken leicht einsinken. Spürbare Kanten zwischen Sitz und Lehne deuten auf ein Modell für gelegentliche Gäste hin. Ein zusätzlicher Topper mildert kleine Unebenheiten.

Platzbedarf richtig einschätzen
Ein ausgeklapptes Schlafsofa benötigt oft doppelt so viel Tiefe wie im Sitzzustand. Die freie Bodenfläche vor dem Sofa zählt deshalb genauso wie die Wandbreite. Ein Durchgang von etwa 60 Zentimetern zwischen Bett und Schrank oder Tür erleichtert das Aufstehen. Eine Liegefläche von 90 Zentimetern Breite genügt für eine Person, zwei Erwachsene brauchen mindestens 140, besser 160 Zentimeter. Die Länge sollte 200 Zentimeter erreichen, vor allem bei großen Gästen. Die Betthöhe wird häufig unterschätzt, denn Großeltern kommen aus einem bodennahen Bett nur mühsam hoch. Ein Bettkasten nimmt Kissen, Decke sowie Bettwäsche auf und hält alles griffbereit am Schlafplatz.
Sitzkomfort nicht unterschätzen
Das Schlafsofa wird an den meisten Tagen des Jahres als Sitzmöbel genutzt. Sitzhöhe, Sitztiefe und Rückenhöhe sollten zu Ihrer Körpergröße passen. Ein Kompromiss beim Sitzen fällt jeden Abend auf, während Gäste die Liegefläche nur wenige Nächte im Jahr nutzen. Viele Modelle wirken durch lose Rückenkissen und schlanke Armlehnen wie ein klassisches Sofa, und die Bettfunktion bleibt unsichtbar. Verstellbare Armteile dienen abends als Nackenstütze beim Fernsehen und nachts als Kopfteil.

Stoffe im Vergleich
Der Bezug bestimmt Aussehen, Griff und Pflegeaufwand. Dichte Webstoffe sind robust und verzeihen Krümel, Samt und Velours wirken edel, zeigen Druckstellen aber schneller. Leder ist langlebig, fühlt sich beim Schlafen im Sommer jedoch warm an, sodass ein Laken darauf sinnvoll ist. Der Martindale-Wert gibt an, wie viele Scheuertouren ein Stoff aushält. 20.000 Touren gelten im Wohnbereich als solide Basis, bei Kindern und Haustieren lohnen sich höhere Werte. Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug erleichtert die Pflege nach jedem Besuch.

Schlafsofa kaufen
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